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Interview mit Herrn Marco Kahler

von Leonard Marin
09.12.2020 16:45
Marco Kahler - Director PIM - ADSCAPE a valantic company, valantic CEC Deutschland GmbH

Das Interview mit Herr Marco Kahler fand am ersten der zwei Publisching Day 2019 Veranstaltungstage statt.

„Auf jeden Fall kann man schon nach dem ersten Tag sagen: gelungene Veranstaltung, viele interessante Menschen hier, viele tolle Vorträge, rundum gelungen.“

 

Welches Unternehmen vertreten Sie und in welcher Funktion?

Marco Kahler: Ich bin Director PIM bei der Firma Adscape aus Siegen und bin da verantwortlich für Marketing und Vertrieb.

Und Sie haben auch einen Vortrag gehalten?

Marco Kahler: Genau, wir haben gestern einen Vortrag gehalten zum Thema Plug and Play mit Xactuell. Inhaltlich ein Vortrag, wie man Datenbanken an Xactuell anbinden kann.

Jetzt ist der erste der Publisching Days ja schon verstrichen. Der zweite liegt noch vor uns. Wenn Sie eine Halbzeitbilanz ziehen würden, was wäre persönlich Ihre Bilanz nach dem ersten Tag?

Marco Kahler: Auf jeden Fall kann man schon nach dem ersten Tag sagen: gelungene Veranstaltung, viele interessante Menschen hier, viele tolle Vorträge, rundum gelungen. Und ich freue mich natürlich auf den zweiten Tag. Ich hoffe, er wird genauso gut.

Auf wen freuen Sie sich da besonders?

Marco Kahler: Ich habe im letzten Jahr schon den Haeme Ulrich gehört. Der war letztes Jahr schon super, und bin gespannt, was er dieses Jahr zu erzählen hat.

Haeme Ulrich - haemeulrich.com
Haeme Ulrich - Author - publishingblog.ch

 

Haeme hat Sie letztes Jahr beeindruckt. Gibt es besondere Redner, die Sie gestern hier im Laufe des Publisching Days schon beeindruckt haben?

Marco Kahler: Ja. Der Ingo Eichel von Adobe war natürlich auch spannend. Wir waren auch nicht schlecht (lacht).

Na klar.

Marco Kahler: Aber generell muss man sagen, der gestrige Tag war sehr von Technikthemen bestimmt. Es war generell sehr schön, zuzuhören – auch der letzte Vortrag von Hans Soldan. Er war aus der Praxis heraus sehr, sehr spannend, sehr authentisch und sehr, sehr ehrlich. Super, war gut.

Das heißt, die Publisching Days jetzt nach der Halbzeitbilanz haben sich für Sie gelohnt?

Marco Kahler: Absolut, ja. Absolut.

Haben Sie auch zielführende Gespräche führen können? Sie haben ja auch einen Stand hier.

Marco Kahler: Ja, also, ich denke nicht, dass der Stand hier zum Verkaufen da ist. Man hat natürlich auch sehr viel Imagehintergrund, das heißt, dass wir uns zeigen und uns zu Xactuell bekennen. Von daher, ja, waren es super Gespräche.

Zum Recruiting: Fällt es Ihnen besonders schwer für Ihr Unternehmen, geeignete Fachkräfte zu finden, momentan?

Marco Kahler: Jein. Dazu muss man wissen, dass Adscape unter anderem auch selbst Recruiting anbietet. Wir machen wirklich diese Personalvermittlung, d. h. es ist ein Produkt von uns. Insofern sind wir relativ nah am Markt, scannen den Markt natürlich wöchentlich und haben da ein recht gutes Ohr. Zudem vermitteln wir teilweise auch an unsere Mitbewerber und an andere Firmen. Die Lage ist zurzeit sehr angespannt, ich habe im Moment mehr Auftraggeber, als Kandidaten. Es ist schon nicht einfach in dieser Situation.

Ist eine Entspannung in Sicht?

Marco Kahler: Nein, im Gegenteil. Es wird auch immer schwieriger, die Bewerber zu bekommen. Man muss viel mehr leisten, viel, viel mehr anbieten. Da ist das Geld nur eine Sache und, gar nicht mehr so wichtig, muss man sagen. Die Soft Skills sind wesentlich wichtiger – und das Arbeitsklima und so weiter und so fort. Da müssen die Arbeitgeber wesentlich mehr leisten wie früher und zudem auch ein bisschen kreativer werden. Gerade diese Arbeitszeitmodelle, nicht mehr von Nine -to -Five, sondern vielleicht, wann der Mitarbeiter Lust hat. Und gerade wir bei Adscape machen das auch. Jeder Mitarbeiter hat ein Notebook und kann schlimmstenfalls auch von zu hause aus arbeiten.

Marco Kahler auf dem Publisching Day 2019
Marco Kahler auf dem Publisching Day 2019

 

Schlimmstenfalls?

Marco Kahler: (lachen) Nein, aber tatsächlich muss man einfach flexibler werden.

Ist dieser Umgang mit der Flexibilität für Sie einfach zuzulassen, oder tun Sie sich damit schwer?

Marco Kahler: Wir tun uns gar nicht schwer, aber ich kann mir vorstellen, dass es sehr, sehr schwer sein kann. Wir sind noch ein junges Unternehmen mit gerade erst 14 Mitarbeitern. Wir kennen unsere Mitarbeiter sehr, sehr gut und nennen uns auch gerne „Adscapefamilie“ – und haben sehr großes Vertrauen untereinander. Aber ich glaube, je größer das Unternehmen wird, desto weniger eng kann man mit den Mitarbeitern sein, so wie wir das jetzt können. Ich denke, bei einem größeren Unternehmen mit 50 Mitarbeitern und aufwärts, da ist das dann schon ein bisschen gefährlicher und da muss man dann schon genau draufschauen. Aber wichtig ist trotzdem, Vertrauen mitzubringen, nicht nur Misstrauen.

Definitiv. Es ist auch interessant zu sehen, welche Strukturen notwendig sind, auf welche Strukturen man verzichten kann. Worauf man überhaupt achten muss.

Marco Kahler: In der Tat. Wenn Sie einen Support anbieten, dann haben Sie ein Zeitfenster, das muss belegt werden. Und dementsprechend haben wir schon auch Mitarbeiter, die müssen zu gewissen Zeiten da sein.

Aber ob sie dieses „da sein“ dann von zu Hause aus machen oder von ihrem Büroplatz aus, ist im Prinzip egal?

Marco Kahler: Das ist erst mal egal. Es sei denn, es sind Teamaufgaben, dann ist es natürlich von zu Hause immer mal schwieriger. Ich kann mich zwar heute über Web-Apps und digitale Medien dazuschalten, aber es ist was anderes, wenn wir es persönlich machen.

 

Welche technologischen Entwicklungen im Publishing sind für Ihr Unternehmen besonders interessant?

Marco Kahler: Natürlich die ganze InDesign-Welt. Das ist natürlich gerade beim Thema Xactuell total spannend, wobei wir auch merken, dass sich die Printwelt generell sehr stark verändert, da muss man schon ganz genau hingucken: Was macht Adobe morgen, wo geht die Reise hin? Wir merken immer mehr, dass E-Commerce-Lösungen kommen, und da müssen wir natürlich auch schauen, dass wir da am Ball bleiben und mehr Dataplayer am Markt sind. Da müssen wir uns letztendlich auch darauf einstellen.

Und wohin geht die Reise Ihrer Ansicht nach?

Marco Kahler: Schwierig. Wir sind in einem sehr großen Umbruch. Es passiert sehr, sehr viel. Man muss wirklich wöchentlich darauf achten, wo die Reise hingeht. Im Moment haben wir zum Beispiel ein System Spryker, das sehr innovativ ist. Und auch die ganze B-to-C- und B-to-B-Welt, die verändert sich gerade, teilweise vermischt sie sich auch. Amazon ist ein tolles Beispiel, das kennt ja jeder und da ist ja jede Woche was Neues auf der Plattform. Also, es ist alles im Moment gerade sehr schnell, sehr rasant. Man muss da hellwach bleiben.

Wenn wir die Uhr zehn Jahre vordrehen, welche Fortschritte sind dann in Ihrem Bereich Database Publishing bereits Realität geworden?

Marco Kahler: Naja, auf jeden Fall die Flexibilität. Ich würde ganz gern bei der Frage, die Uhr zehn Jahre zurückzudrehen, mal sehen, was da früher war. Ich habe vor zehn Jahren Database-Publishing-Projekte gemacht. Und das war Wahnsinn. Das war ein Riesenaufwand. Ein Leihe konnte da gar nicht mitarbeiten. Es war immer IT-Thema, man musste immer programmieren. Es war alles sehr, sehr aufwendig, um halt eine gewisse Automation in die Publikation hineinzubekommen. Heute sind wir echt schon so weit, dass ich on demand sehr stark auch als Nichtprogrammierer da mitarbeiten kann, selber Ergebnisse erzielen kann. Aber trotzdem, drehen wir die Uhr noch mal zehn Jahre nach vorne, um Ihre Frage auch zu beantworten. Benutzerfreundlichkeit! Nicht nur im Bereich Database Publishing, sondern generell im ganzen Bereich IT-Anwendung. Usability – das ist das Thema für die Zukunft. Es muss alles benutzerfreundlicher werden.

Und Sie denken, die Usability und Benutzerfreundlichkeit wird in zehn Jahren mehr vorhanden sein als sie es heute ist?

Marco Kahler: Ich hoffe es. Ich glaube es auch. Und wir merken es auch am Markt, einige verstehen es auch schon. Ich hoffe, dass es so ist, weil die Systeme doch sehr kompliziert sind. Das merkt man ja beim iPhone. So ein Gerät setzt sich ja nicht für umsonst durch. Sondern weil es bedienbar ist, einfach bedienbar. Intuitiv. Und das muss in den Applikationen noch besser werden.

Wenn Sie weitere Wünsche für die Zukunft äußern könnten, was würden Sie sich noch wünschen?

Marco Kahler: Ein persönlicher Wunsch von mir wäre, vielleicht mal ein bisschen langsamer alles. Es ist Wahnsinn. Wenn ich mal drei Wochen Urlaub habe, dann merke ich schon …

Dann sind Sie raus.

Marco Kahler: (lachen) Früher war das wesentlich entspannter alles, ja. Es macht mir Spaß, keine Frage. Es ist teilweise extrem rasant. Gerade was den Bereich E-Commerce angeht, da ist fast täglich eine Veränderung zu merken.

Kein Urlaub mehr für Sie, denke ich jetzt. Das wird die Lösung sein. Dann bedanke ich mich bei Ihnen.

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